European business, markets and politics
Bei einem zweitägigen Gipfel in New Delhi forderten die BRICS‑Leiter in einer Erklärung maximale Zurückhaltung im Nahen Osten und hoben die diplomatischen Herausforderungen und die zukünftige Ausrichtung des Blocks hervor.

Die Führer der BRICS-Gruppe versammelten sich am Samstag in New Delhi und veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, die im anhaltenden Krieg im Nahen Osten zu „maximaler Zurückhaltung“ aufrief. Xi Jinping warnte, dass der Konflikt „nicht den gemeinsamen Interessen der internationalen Gemeinschaft dient“, während andere Staatsoberhäupter den Aufruf zur Ruhe wiederholten.
Der Block macht etwa die Hälfte der Weltbevölkerung, 40 % des globalen BIP und ein Viertel des internationalen Handels aus, wodurch seine kollektive Stimme ein bedeutendes Gegengewicht zu westlich geführten Institutionen darstellt. Dennoch konnten die Außenminister zu Beginn des Monats keine Einigung auf eine Erklärung erzielen, da sie über den Krieg, der nach US‑israelischen Angriffen am 28 Februar begann, gespalten waren. Indiens Gastgeberrolle war entscheidend, um diese Lücken zu schließen und unterstreicht den wachsenden diplomatischen Einfluss des Landes.
Die gemeinsame Mitteilung lautete: „Wir äußern tiefe Besorgnis über die anhaltende Eskalation der Spannungen im Nahen Osten/Westasien und fordern die Ausübung maximaler Zurückhaltung sowie das Vermeiden von Handlungen, die die Lage weiter verschärfen könnten.“
„Obwohl unsere beiden Länder in vielerlei Hinsicht unterschiedlich sind, sind sie voll und ganz in der Lage, die Stärken des jeweils anderen zu ergänzen, einander zu unterstützen, gemeinsamen Erfolg zu erzielen und gemeinsam voranzukommen“, sagte Xi Jinping in einem vom Gipfel veröffentlichten Video.
Narendra Modi eröffnete das zweitägige Treffen, indem er die Teilnehmenden daran erinnerte, dass der Block 50 % der Weltbevölkerung und 40 % der globalen Produktion repräsentiert. Er hob Indiens heikle Balanceakt hervor: freundschaftliche Beziehungen sowohl zu Iran als auch zu den Vereinigten Staaten aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig die Energiekooperation mit Russland vertieft wird. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian warnte, dass die Region die Vereinigten Staaten nicht als „regionalen Polizisten“ benötige, ein Gefühl, das in Nebenbesprechungen mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi widerhallte.
Der Gipfel markierte den ersten Besuch von Xi Jinping im Nachbarland Indien seit 2019, ein symbolischer Schritt in einem vorsichtigen Aufwärmen zwischen den beiden Atommächten. Beide Seiten bekräftigten ihr Engagement, den langjährigen Grenzstreit friedlich zu lösen, trotz einer 3.500‑Kilometer‑Grenze, die nach wie vor stark militarisiert ist. Demonstranten, darunter tibetische Exilanten, protestierten vor dem Veranstaltungsort und spiegelten anhaltende Spannungen wider.
Mit Blick nach vorn wird der Block voraussichtlich eine stärker koordinierte Position in Fragen der Energiesicherheit und des Handels verfolgen, während er divergierende nationale Interessen ausbalanciert. Anhaltende Einheit könnte den Einfluss der BRICS in globalen Foren stärken, während beständige Spaltungen ihre Fähigkeit einschränken könnten, Ergebnisse zu Themen wie dem Nahost‑Konflikt, der Ukraine und der Klimapolitik zu gestalten.
Für einen tieferen Einblick, wie Kriege und US‑Spannungen die Kohäsion der Gruppe prüfen, siehe die zugehörige Analyse BRICS‑Führer treffen sich in Indien, während Kriege und US‑Spannungen die Einheit prüfen.