European business, markets and politics
https://morningwire.eu/fr/le-canada-interrompt-les-pourparlers-commerciaux-avec-les-united-states/
Der neue kanadische Regierungschef Mark Carney hat die Handelsgespräche mit Washington abgebrochen, was zu einem Zollkonflikt und einer Veränderung des nordamerikanischen Handels führt.

Mark Carney kündigte am Samstag an, dass Canada die laufenden Handelsverhandlungen mit den United States beendet und sein Verhandlungsteam nach Ottawa zurückgerufen hat. Die Entscheidung folgt auf die Verhängung von 50 percent Zöllen durch Washington auf eine Reihe kanadischer Waren, was Canada veranlasste, am selben Tag entsprechende Gegen‑zölle zu verkünden.
Der abrupte Abbruch droht die Handelsbeziehung zu stören, die etwa drei‑Viertel von Canada’s Exporten ausmacht. Dennoch zeigte eine Wochenendumfrage, dass 76 percent der Kanadier Carneys Position befürworten, was die wachsende Frustration über das, was viele als aggressiven amerikanischen Protektionismus ansehen, widerspiegelt.
Politikwissenschaftlerinnen wie Genevieve Tellier von der University of Ottawa argumentieren, dass Carneys Beliebtheit aus der Wahrnehmung resultiert, er stehe „hinter“ der Öffentlichkeit, wenn es darum gehe, Washington zu konfrontieren. Der Hintergrund des neuen Premierministers steht im starken Gegensatz zu seinem flamboyanten Vorgänger Justin Trudeau, der die Liberal Party leitete, bevor Carneys überraschender Aufstieg zur Macht im März 2025 erfolgte.
Carney, 61, trat in die Politik ein nach einer herausragenden Laufbahn im Finanzwesen und im Zentralbankwesen. Er verbrachte Jahre bei Goldman Sachs, bevor er 2008 von Stephen Harper zum Gouverneur der Bank of Canada ernannt wurde und später die Bank of England unter David Cameron leitete, wodurch er der erste nicht‑britische Chef dieser Institution wurde.
Wenn wir nicht am Tisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte.
In seiner Januar‑Ansprache an das World Economic Forum warnte Carney vor einer „Zerrüttung der Weltordnung“ und forderte die mittelgroßen Mächte zur Einheit auf. Er plant nun, die Beziehungen zur European Union zu vertiefen, neue Märkte in Asien zu erschließen und eine pazifisch‑gerichtete Ölpipeline voranzutreiben, um die Abhängigkeit vom amerikanischen Markt zu verringern.
Experten wie Frederic Boily warnen, dass diese Haltung zwar die heimische Zustimmung stärken könne, jedoch eine „schwierigere Phase“ einleiten wird, während die Regierung mögliche wirtschaftliche Folgen bewältigt und nach alternativen Handelspartnern sucht.