Saturday 29 August 2026London --:--Frankfurt --:--Zurich --:--
Wirtschaft

Read in English

Lire en français

Deutsche Landwirte fordern EU‑Verdreifachung der Düngemittelhilfe auf €180 Millionen, da die Dürre zuschlägt

Der German Farmers' Association hat gefordert, dass die EU ihre Düngemittelbeihilfe von €60 Millionen auf €180 Millionen erhöht und 80 % der Direktzahlungen auf Oktober vorzieht, da die Dürre die Ernten bedroht.

By

Der German Farmers' Association hat gefordert, dass die EU ihre Düngemittelbeihilfe von €60 Millionen auf €180 Millionen verdreifacht, da die Dürre im Süden Deutschlands ein komplettes Ernteausfallrisiko darstellt.

Joachim Rukwied, Präsident des Deutscher Bauernverband, sagte zu Phoenix TV in einem Interview, das von Redaktionsnetzwerk Deutschland und Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet wurde, dass sofort politische Unterstützung nötig sei. Er forderte zudem, dass 80 % der EU‑Direktzahlungen auf Oktober vorgezogen werden und die Dieselkraftstoffsteuer bis mindestens Ende November deutlich gesenkt wird.

Der Verband rechnet mit unterdurchschnittlichen Ernten von Weizen, Raps, Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben, Körnermais und Sojabohnen. Im Süden Deutschlands stehen einige Landwirte vor einem kompletten Ernteausfall, während Futtermittelknappheit bereits zu einer vorzeitigen Schlachtung von Nutztieren geführt hat.

Was der Verband fordert

Rukwieds drei Forderungen an Brüssel und Berlin
MaßnahmeAktuellGefordert
EU‑Düngemittelbeihilfe (Düngemittelbeihilfe)€60 million€180 million
Vorauszahlung der EU‑DirektzahlungenStandardzeitplan80 % im Oktober 2026 gezahlt
DieselsteuerBestehender SatzSenkung bis mindestens Ende November 2026

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung / Phoenix‑Interview

Warum es jetzt wichtig ist

Die Forderung kommt während einer Hitzewelle, die der Umweltminister Deutschlands nach Schätzungen täglich €500 Millionen kostet. Die Landwirtschaft ist besonders betroffen, weil Pflanzenschäden irreversibel sind und Viehhalter ihre Futtermittelbestände bereits aufbrauchen.

Eine Verdreifachung der Düngemittelbeihilfe würde entweder eine neue EU‑Haushaltszuweisung oder die Umwidmung bestehender Agrarfonds erfordern. Die Forderung, die Direktzahlungen auf Oktober vorzuziehen, ist verwaltungstechnisch einfacher, würde jedoch die Liquiditätsströme früher als geplant verlagern.

Worauf zu achten ist

Die European Commission hat noch nicht auf die Forderungen reagiert. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird unter Druck stehen, das Paket im nächsten EU‑Landwirtschaftsrat zu unterstützen, wo die Mitgliedstaaten bereits Notfallmaßnahmen nach Dürreschäden in Frankreich, Italien und Spanien diskutieren.

FAZ Wirtschaft veröffentlichte das Interview um 01:55 Uhr am 14. August 2026.

More from Economy