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https://morningwire.eu/fr/l-allemagne-prevoit-de-supprimer-la-retraite-a-63-ans-suscitant-une/
Ein Koalitionsentwurf zur Abschaffung der „Rente mit 63“ könnte pro Kohorte bis zu €10 Milliarden einsparen, doch Gewerkschaften und viele Bürger warnen, dass er die lebenslangen Beiträge der Arbeitnehmer ignoriere.

Die regierende Koalition in Deutschland bereitet ein Gesetz vor, das die „Rente mit 63“ – die Möglichkeit, dass Beschäftigte mit 63 Jahren mit vollen Rentenansprüchen in Rente gehen – abschaffen würde. Der Vorschlag folgt einem Bericht einer Expert*innenkommission aus dem Juni, der eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters sowie eine Ausweitung der Pflichtbeiträge auf Beamte und Selbständige forderte.
Deutschland steht, wie ein Großteil Europas, vor einem schrumpfenden Arbeitskräftepool, da die Lebenserwartung steigt und die Geburtenraten sinken. Der Deutsche Rentenversicherungsträger schätzt, dass das Frührentenmodell jährlich etwa €3.5 Milliarden kostet, weil Rentner länger Leistungen erhalten, während sie weniger Jahre einzahlen.
Laut den Berechnungen der Koalition könnte die Abschaffung des 63‑Jahre‑Weges fast €10 Milliarden pro Rentenkohorte freisetzen, den Druck auf die Beitragssätze mindern und möglicherweise mehr Beschäftigte länger im Arbeitsmarkt halten. Eine Studie des DIW Berlin beziffert die Einsparungen auf etwa €9.5 Milliarden pro Kohorte und legt nahe, dass zusätzlich 125,000 Vollzeitbeschäftigte im Job bleiben könnten. Prognos ergänzt, dass die Beitragssätze um 0.4 bis 0.5 Prozentpunkte sinken könnten, wodurch die Belastung der aktuellen Verdiener reduziert würde.
Die Gewerkschaft Verdi verurteilte den Plan und bezeichnete ihn als „völlige Missachtung der lebenslangen Leistungen der Betroffenen“. Die nationale Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, verteidigte das Recht auf eine volle Rente nach 45 Jahren Beitragszahlung und forderte Kritiker auf, das Thema aus der Perspektive der Fabrikhalle zu betrachten.
Die Ministerpräsidenten im Osten, darunter Dietmar Woidke aus Brandenburg, lehnen die Änderung ebenfalls ab und argumentieren, dass eine 45‑jährige Laufbahn eine ungekürzte Rente rechtfertige. Eine vom Insa‑Institut für Bild am Sonntag in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass 68 Prozent der Befragten die Abschaffung der Frührentenoption ablehnen, während nur 24 Prozent sie unterstützen.
Bundeskanzler Friedrich Merz betonte die Dringlichkeit der Reformen und sagte, sie müssten zügig umgesetzt werden, um „die Renten zu sichern und dafür zu sorgen, dass die Lasten gerecht über alle Gesellschaftsschichten und über alle Generationen verteilt werden“.
Wenn der Gesetzentwurf den Bundestag passiert, wird das Mindestalter für den vollen Rentenweg angehoben, und die separate 35‑Jahre‑Beitragsrente wird ihre Untergrenze von 63 auf 64 Jahre erhöhen. Die Regierung rechnet damit, dass der Vorschlag in den kommenden Monaten die öffentliche Debatte und die Gewerkschaftsverhandlungen dominieren wird, mit dem langfristigen Ziel eines nachhaltigeren Rentensystems, wenn auch zu möglicherweise hohen politischen Kosten.
Erstmals berichtet im Quellbericht.