European business, markets and politics
Die letzte Anleiheauktion von France zeigte, dass die Renditen auf ein Niveau gestiegen sind, das seit der globalen Finanzkrise nicht mehr erreicht wurde, und verdeutlicht die zunehmenden fiskalischen Belastungen.

France verkaufte seine Benchmark-10‑jährige OAT bonds mit einer Rendite von 4.23% in der letzten monatlichen Auktion, dem höchsten Niveau seit der globalen Finanzkrise 2008. Der Satz sprang von 3.90% im August und von 3.45% im Februar, als die geopolitischen Spannungen geringer waren.
Der Anstieg spiegelt wider, dass Anleger höhere Entschädigungen für die Kreditvergabe an eine Regierung verlangen, deren Defizit im vergangenen Jahr 5.1% des Bruttoinlandsprodukts erreichte, eines der höchsten Verhältnisse in der eurozone. Die Verschuldung liegt nun bei 117.5% des BIP, ein Wert, der seit dem Ende des World War II nicht mehr erreicht wurde und deutlich über der von der EU's Stability and Growth Pact festgelegten Obergrenze von 60% liegt. In einer bemerkenswerten Wendung haben die französischen Renditen kurzzeitig die von Greece übertroffen, einem Land, das nach der Krise 2008 die größten EU bailouts benötigte.
Energiepreissprünge und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der Zentralbanken haben den Druck auf Staatsanleihenrenditen weltweit erhöht. In France verstärkt der Anstieg die Dringlichkeit der Agenda von Premierminister Sebastien Lecornu, der für das Haushaltsjahr nächste Jahr drastische Ausgabenkürzungen verhandelt, um das Defizit wieder innerhalb der EU‑Grenzen zu bringen.
Analysten erwarten, dass die Regierung eine striktere Fiskalpolitik verfolgt, was die Renditen kurzfristig hoch halten könnte. Anleger werden die bevorstehenden Haushaltsverhandlungen genau beobachten, da jedes Anzeichen für einen glaubwürdigen Plan zur Schuldenreduktion den Markt stabilisieren könnte, während anhaltende Unsicherheit die Kreditkosten weiter steigen lassen und den Euro belasten könnte.