European business, markets and politics
Der FTSE 100 kletterte am Freitag leicht nach oben, da die Ölpreise sich erholten und US‑Tech‑Gewinne die Stimmung anhoben, obwohl Washington jegliche Verhandlungen mit dem Iran abwies.
Der FTSE 100 stieg am Freitag leicht an, unterstützt durch eine Erholung des Brent-Öl, die den Referenzpreis wieder über $90 pro Barrel brachte, während US‑Technologieaktien nach dem Bericht von Nvidia über einen mehr als doppelt so hohen Jahresumsatzsprung stark zulegten.
Investoren begrüßten den Ölaufschwung, weil er den Druck auf energieintensive Aktien, die den britischen Markt in den letzten Wochen nach unten gezogen hatten, mildert, und die US‑Tech‑Rallye bot einen Gegenpol zur anhaltenden geopolitischen Unsicherheit.
Nach einem starken Rückgang zu Beginn der Woche erholte sich das Brent-Öl am Donnerstagabend um etwa 1,5 Prozent, was energiebezogene Bestandteile wie Shell und HSBC nach oben trieb. Der Preisanstieg folgte Berichten, dass das iranische Militär eine Umsatzbeteiligungsvereinbarung mit Oman über die strategische Wasserstraße erzielt habe, obwohl Teheran erklärte, dass das Abkommen die Strait of Hormuz nicht sofort wieder öffnen werde. Der Premierminister von Qatar besuchte ebenfalls Teheran, um die Durchfahrt zu erörtern, was zu gemischten Signalen beitrug.
Auf der anderen Seite des Atlantiks dominierten US‑Märkte eine Tech‑Rallye, angeführt von Nvidia, nachdem das Unternehmen Umsätze verkündet hatte, die im Jahresvergleich mehr als doppelt so hoch waren. Der Leiter der Märkte bei AJ Bell, Dan Coatsworth, bemerkte, dass Tech‑Aktien „elektrisch“ seien, während traditionelle defensive Titel wie AstraZeneca und British American Tobacco den FTSE belasteten und damit eine Rotation weg von „träge Allwetter‑Geschäften“ verdeutlichten.
„Es finden derzeit keine Verhandlungen statt und das wird so weitergehen, bis der Präsident das Gefühl hat, dass sie vielleicht in sinnvoller Weise an den Tisch kommen. Das haben wir noch nicht gesehen,“ sagte Karoline Leavitt, Pressesprecherin für President Donald Trump.
Das White House bekräftigte, dass es keine Gespräche mit dem Iran führe, eine Haltung, die die Erwartungen an einen schnellen diplomatischen Aufbruch dämpft und die Akteure am Ölmarkt vorsichtig hält.
Im Ausblick werden Händler das bevorstehende Jackson‑Hole‑Symposium nach Hinweisen zur Geldpolitik beobachten, während Ölexporteure laut einer aktuellen Goldman‑Analyse bestreben, die Volumina auf zwei Drittel des Vor‑Konflikt‑Niveaus zurückzuführen. Ein anhaltender Ölpreis über $90 könnte den Energiesektor des FTSE im Plus halten, doch jede Eskalation rund um die Strait of Hormuz würde die Gewinne wahrscheinlich wieder zunichtemachen.
Vorerst scheint der Markt eine bescheidene Erholung der Rohstoffe mit dem Schwung der US‑Tech‑Aktien auszubalancieren, eine Mischung, die die Richtung des FTSE in den kommenden Wochen bestimmen könnte.