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Hongkong-Gericht verurteilt Organisatoren der Tiananmen‑Gedenkveranstaltung wegen Anstiftung

Ein Hongkong‑Gericht hat am Freitag die erfahrenen pro‑demokratischen Persönlichkeiten Lee Cheuk‑yan und Chow Hang‑tung zu einer Haftstrafe verurteilt, weil sie durch die Durchführung von Tiananmen‑Gedenkveranstaltungen zur Untergrabung des Staates angestiftet haben.

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Hong Kong convicts two Tiananmen vigil activists of inciting subversion

Hong Kongs Obergericht fällte am Freitag ein richtungsweisendes Urteil und befand zwei langjährige pro‑demokratische Aktivisten schuldig der „Anstiftung zur Untergrabung“, weil sie die jährlichen kerzenbeleuchteten Gedenkveranstaltungen der Stadt zum Gedenken an das Niederschlagen des Tiananmen‑Platzes 1989 organisierten.

Gericht erklärt Aktivisten für schuldig

Die Angeklagten, Lee Cheuk-yan, 69, ein Veteran der Hong Kong‑Arbeitsbewegung, und Chow Hang-tung, 41, eine in Cambridge ausgebildete Anwältin, wurden zusammen mit einer dritten pro‑demokratischen Persönlichkeit, dem ehemaligen Vorsitzenden der Democratic Party Albert Ho, verurteilt, der sich bereits Anfang des Jahres schuldig bekannt hatte.

Chow, die sich im Prozess selbst verteidigte, erklärte dem Gericht, dass die Suche nach Gerechtigkeit für die Opfer von Tiananmen eine moralische Pflicht sei, kein Verbrechen. Sie zitierte den Nobelpreisträger Liu Xiaobo und argumentierte, dass die Kommunistische Partei Chinas das Gewissen nicht bestimmen könne.

Ganz gleich, wie allmächtig die Führung der (chinesischen) Kommunistischen Partei auch sein mag, sie kann unser Gewissen nicht bestimmen.

Lee schilderte seine Erlebnisse bei den Protesten von 1989 in Peking, beschrieb, wie er das Niederschlagen miterlebte und kurzzeitig festgenommen wurde, bevor er nach Hong Kong zurückkehrte. Er betonte erneut, dass sein lebenslanges Engagement dem „Ende der Einparteienherrschaft“ gilt, während er Reformen innerhalb der Kommunistischen Partei hofft.

Folgen für die Freiheiten Hong Kongs

Der Fall ist die erste prominente Strafverfolgung nach dem Nationalen Sicherheitsgesetz von 2020, die gezielt die jährlichen Tiananmen‑Gedenkveranstaltungen ins Visier nimmt, die seit der Übergabe fester Bestandteil des zivilgesellschaftlichen Kalenders von Hong Kong sind.

Rechtsexperten zufolge könnten die Verurteilungen zukünftige öffentliche Gedenkveranstaltungen abschrecken und breiteren Dissens erstarren lassen, da die vage Formulierung des Gesetzes den Behörden erlaubt, friedliche Versammlungen als subversive Aktivitäten zu interpretieren. Internationale Beobachter haben das Urteil bereits als Schlag gegen die Meinungsfreiheit verurteilt.

In Zukunft wird die Entscheidung des Gerichts voraussichtlich angefochten werden, doch die unmittelbare Wirkung ist eine Verengung des Spielraums für politischen Aktivismus. Die Verurteilungen dienen zudem als Warnung an andere Organisationen, dass jede Anfechtung der Narrative der Kommunistischen Partei Chinas mit strafrechtlichen Anklagen beantwortet werden kann.

Die Justiz von Hong Kong, einst für ihre Unabhängigkeit gelobt, arbeitet nun unter intensiver Beobachtung, da Peking seine Kontrolle über die ehemalige britische Kolonie verstärkt. Das Ergebnis möglicher Berufungen wird von Regierungen und Investoren genau verfolgt, die die Rechtsstaatlichkeit der Stadt beurteilen.

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