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https://morningwire.eu/fr/ineos-prend-le-controle-complet-de-l-usine-de-chlore-de-runcorn-pour/
Der Chemiekonzern hat die letzte Hälfte des Runcorn‑Werks erworben und damit eine wichtige Chlorquelle für die Wasseraufbereitung im UK gesichert.

Jim Ratcliffes Ineos hat zugestimmt, den verbleibenden 50 per cent Anteil der Runcorn‑Chlor‑Alkali‑Anlage zu erwerben, wodurch das Chemieimperium des Milliardärs das vollständige Eigentum an einer Anlage erhält, die etwa 98 per cent des für die Trinkwasseraufbereitung im UK verwendeten Chlors liefert. Die Transaktion, am Freitag von Ineos Inovyn angekündigt, soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung.
Der Standort Runcorn ist ein zentrales Element der nationalen Wasseraufbereitungsinfrastruktur. Das dort produzierte Chlor wird mit salzabgeleiteten Chemikalien gemischt, um Krankheitserreger zu neutralisieren, ein Verfahren, das sicheres Leitungswasser für Millionen von Haushalten gewährleistet. Der Verlust der Anlage hätte das Land gezwungen, im Ausland nach diesem wichtigen Rohstoff zu suchen, was die Lieferkette geopolitischen Risiken und höheren Kosten ausgesetzt hätte.
In einer Erklärung sagte Stephen Dossett, chief executive von Ineos, „Diese Vereinbarung spiegelt unser Vertrauen in die langfristige Zukunft des Runcorn‑Standorts und seiner qualifizierten Belegschaft wider. Chlor‑alkali‑Produkte sind für das moderne Leben unverzichtbar, sie unterstützen sicheres Trinkwasser, Arzneimittel und die Materialien, die Wohnungsbau und kritische Infrastruktur untermauern.“
Die Übernahme erfolgt, während der britische Chemiesektor mit steigenden Energiepreisen und kohlenstoffbezogenen Abgaben zu kämpfen hat, die in den vergangenen drei Jahren zu einem Rückgang von 20 per cent geführt haben. Energieabgaben wurden von Jim Ratcliffe als ein entscheidender Faktor benannt, der Investitionen bremst und Unternehmen an den Rand drängt.
Die Aufsichtsbehörden werden nun die Transaktion auf wettbewerbsrechtliche Bedenken prüfen, doch der Schritt wird allgemein als ein Schritt zur Stabilisierung der strategischen Chemiekapazität des UK angesehen. Wird sie genehmigt, wird Ineos voraussichtlich in die Modernisierung des Energieverbrauchs der Anlage investieren, ein Schritt, der für andere kostenintensive Hersteller Maßstäbe setzen könnte.
Mit gesicherter Vollkontrolle ist Ineos in der Lage, den Betrieb der Runcorn‑Anlage aufrechtzuerhalten und die heimische Versorgung mit Chlor und salzabgeleiteten Produkten zu schützen. Analysten zufolge könnte das Geschäft andere Investoren ermutigen, ähnliche Rettungsaktionen für gefährdete Industrieanlagen in Betracht zu ziehen, um den Trend zur Verlagerung kritischer Fähigkeiten ins Ausland umzukehren.
Die weitergehende Implikation ist eine mögliche Verlangsamung der Abhängigkeit des UK von importierten Chemikalien, ein Ziel, das mit den Regierungsambitionen für eine stärkere industrielle Resilienz übereinstimmt.