European business, markets and politics
Jamie Dimon sagte dem Finanzminister John Healey, dass höhere Abgaben für Banken das Verlegen von Arbeitsplätzen ins Ausland und die Gefährdung einer bedeutenden Investition in London riskieren, da das Oktober‑Budget bevorsteht.

In einem vom Finanzministerium organisierten Telefonat warnte JPMorgan‑Chief Executive Jamie Dimon den Finanzminister John Healey davor, dass steigende Steuern für den Finanzsektor Unternehmen dazu veranlassen könnten, Personal zu verlagern und ein £3 Mrd‑Projekt in Canary Wharf zu gefährden.
Das Vereinigte Königreich wird am 28. Oktober seinen ersten Haushalt unter dem neuen Kanzler vorstellen. Der Druck von Branchenverbänden und linken Politikern wächst für eine höhere Abgabe für Banken, einschließlich einer geplanten Windfall‑Steuer von £19 Mrd, die NatWest, Lloyds, Barclays und HSBC ins Visier nimmt.
Dimon verwies auf einen jüngsten Rückgang von finanzbezogenen Stellen in New York, den er auf die Steuerlast der Stadt zurückführt, und argumentierte, dass ein vergleichbarer Ansatz in Großbritannien den Beitrag des Sektors zu Beschäftigung und Steuereinnahmen verringern könnte.
Das Finanzministerium erklärt, dass zusätzliche Einnahmen nötig seien, um Verteidigungs- und Sozialfürsorgeverpflichtungen zu finanzieren. Analysten gehen davon aus, dass die Regierung bis zu £25 Mrd benötigen könnte, was dazu führen könnte, dass der Banken‑Zuschlag über den aktuellen dreiprozentigen Satz, der auf die Körperschaftsteuer aufgeschlagen wird, hinaus steigt.
Im vergangenen Jahr überwachte Kanzlerin Rachel Reeves eine Steuererhebung von £26 Mrd, und ein ähnliches Ausmaß an Einnahmen könnte diesmal zur Diskussion stehen.
Dimon hat bereits signalisiert, dass JPMorgan seine £3 Mrd‑Investition in einen neuen Turm in Canary Wharf zurückziehen würde, wenn das politische Umfeld „feindlich“ werde. Das Vorhaben, das eine vollständige Befreiung von der Geschäftssteuer anstrebt, ist ein zentraler Bestandteil der Expansionspläne der Bank im Vereinigten Königreich.
Andere leitende Banker teilen diese Besorgnis. Dame Jane Fraser von Citigroup sagte, sie sei „besorgt“ über jede neue Belastung britischer Banken, fügte hinzu: „Geld wählt seine Füße“ und hob den Unterschied zwischen dem effektiven Steuersatz von 48 Prozent im Vereinigten Königreich und 27 Prozent in New York sowie 28 Prozent in Dublin hervor.
Healey und das Team der Kanzlerin sollen in den kommenden Tagen weitere Branchenführer treffen, während das Finanzministerium voraussichtlich seine Einnahme‑Strategie im Oktober‑Budget darlegen wird.
Eine Entscheidung, den Banken‑Zuschlag zu erhöhen oder eine Windfall‑Steuer einzuführen, könnte JPMorgan und seine Mitbewerber dazu zwingen, Kapitalprojekte neu zu überdenken, was die Entwicklung in Canary Wharf möglicherweise verzögern oder verkleinern würde. Marktbeobachter werden nach Signalen Ausschau halten, die das Bedürfnis nach zusätzlichen Einnahmen gegen das Risiko abwägen, Finanzarbeitsplätze ins Ausland zu verlagern – ein Gleichgewicht, das die Stellung des Vereinigten Königreichs als globales Banken‑Zentrum für Jahre prägen könnte.