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Maggie Gyllenhaal weist auf das Geschlechterungleichgewicht beim Venice Film Festival hin

Bei der Eröffnung des Festivals stellte die Jurypresidentin Maggie Gyllenhaal die Frage, warum nur einer der 20 Filme im Wettbewerb von einer Frau inszeniert wurde.

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Venice jury head Maggie Gyllenhaal questions lack of women directors

Am Eröffnungstag des Venice Film Festival sagte die Jurypresidentin Maggie Gyllenhaal gegenüber Reportern, dass das Line‑up ein „systemisches Problem“ für Filmemacherinnen offenbare.

Es gibt ein systemisches Problem, ich denke, es ist für Frauen viel schwieriger, ihre Filme zu finanzieren. Und könnte es sein, dass die Themen, die Frauen, die eine andere Lebenserfahrung haben, in Filmen behandeln wollen, nicht immer als Hochkunst angesehen werden? Wer entscheidet, was gut ist? Wer entscheidet, was wertvoll ist?

Nur einer der 20 Titel, die um den Golden Lion kämpfen, wurde von einer Frau inszeniert, der dänisch‑ägyptischen Filmemacherin May El‑Toukhy mit „Woman Unknown“. Ein später hinzugekommener Beitrag, „NAZA“, ein gemeinsam inszeniertes Werk, das die israelische Oscar‑Preisträgerin Rachel Szor einschließt, verbesserte das Geschlechterverhältnis leicht, änderte jedoch das Gesamtbild nicht.

Die Geschlechterlücke im Wettbewerb

Der Festivaldirektor Alberto Barbera bestand darauf, dass die Auswahl „ohne Vorurteile“ getroffen wurde. Doch bei einer Pressekonferenz im Juli hatte er gesagt, die Qualität der Einsendungen von Regisseurinnen sei „nicht ausreichend, um sie in den Wettbewerb zu bringen“, was zu einem offenen Brief italienischer Branchenverbände führte, die mehr Inklusion fordern.

Gyllenhaal, die bereits zwei Spielfilme inszeniert hat, sagte, ihre Position als Jurykopf sei selbst ein Zeichen des Fortschritts, fügte jedoch hinzu, dass das Fehlen weiblicher Vertretung eine berechtigte Frage aufwerfe, wer entscheidet, was wertvolles Kino ist.

Auswirkungen für die Filmwelt

Die Kritik hat bereits eine Diskussion unter Produzenten und Verleihern über die Notwendigkeit gerechterer Finanzierungswege ausgelöst. Wenn Festivals weiterhin überwiegend von Männern inszenierte Programme präsentieren, könnten aufstrebende Filmemacherinnen Schwierigkeiten haben, die nötige Sichtbarkeit für breitere Veröffentlichungen zu erhalten.

Die Organisatoren des sekundären Wettbewerbs „Horizons“ gerieten ebenfalls in die Kritik, nachdem Regisseurin Alina Marazzi die Ironie bemerkt hatte, dass ihr Film über die vergessene Fotografin Gerda Taro außerhalb des Hauptprogramms platziert wurde. Die Debatte lässt vermuten, dass Forderungen nach Parität künftig die Programmentscheidungen der wichtigsten europäischen Festivals beeinflussen könnten.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das Festival seine Auswahlkriterien vor der Ausgabe im nächsten Jahr überprüfen wird, mit der Möglichkeit neuer Initiativen, die von Frauen inszenierte Projekte von der Idee bis zur Leinwand unterstützen.

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