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Durch einen Gletschersplitter ausgelöste Überschwemmungen haben Hunderte getötet, Tausende vermisst hinterlassen und Hilfspakete von Kanada und der EU veranlasst.

Durch einen Gletschersplitter und das nachfolgende Erdrutsch an der Grenze zwischen Nepal und Tibet verursachte Sturzfluten haben mindestens 579 Menschen getötet und fast 2 000 vermisst hinterlassen. Rettungsteams haben nun die Such‑ und Rettungsarbeiten wieder aufgenommen, nachdem Satellitendaten gezeigt haben, dass das Risiko eines Aufbruchs eines vorgelagerten Sees nachgelassen hat.
Die Behörden beider Länder warnten, dass zwei neu entstandene Gletscherseen überlaufen könnten, was weitere Verwüstungen drohen lässt. Da die unmittelbare Gefahr zurückgeht, konzentrieren sich die Einsatzkräfte darauf, Überlebende zu finden, Leichen zu bergen und Nothilfe in abgelegene Dörfer zu bringen.
Canada kündigte ein humanitäres Paket in Höhe von CAN$5 Millionen (US$3,6 Millionen) zur Unterstützung der Hilfsmaßnahmen an. Randeep Sarai, kanadischer Staatssekretär für internationale Entwicklung, sagte gegenüber Reportern:
Wir geben bekannt, dass Canada $5 Millionen an humanitärer Hilfe bereitstellt, um die Soforthilfemaßnahmen in Nepal zu unterstützen.
Die European Union versprach zwei Millionen Euro, wobei die Präsidentin der Kommission Ursula von der Leyen erklärte, dass die Mittel lebensrettende Unterstützung für die am stärksten betroffenen Familien ermöglichen werden.
Die International Federation of the Red Cross schätzt, dass etwa 93 000 Menschen betroffen sind, wobei bisher 584 Leichen geborgen wurden. David Fisher, Leiter des Roten Kreuzes für Nepal, warnte, dass Hunderte von Hochgebirgsseen weiterhin ein Hochwasserrisiko darstellen.
Vier French Staatsangehörige gehören zu den Vermissten, so das französische Außenministerium. Der stellvertretende Sprecher Glenn Salic sagte, die Botschaft in Kathmandu arbeite mit den lokalen Behörden zusammen, um sie zu finden.
UNICEF berichtete, dass mindestens 17 000 Kinder dringend Hilfe benötigen und mehr als 30 Schulen beschädigt oder zerstört wurden, von denen viele nun als Notunterkünfte dienen.
Rettungsteams erwarten, dass die kommenden Tage entscheidend sein werden, während sie das gefährliche Gelände durchqueren und die Stabilität der Gletscherseen überwachen. Das Außenministerium Nepals erklärte, dass es bislang noch keine ausländischen Such‑ und Rettungsteams benötige, obwohl mehrere Länder, darunter Südkorea, ihre Hilfe angeboten haben.
Langfristig könnte die Katastrophe die regionale Zusammenarbeit bei der Überwachung von Gletscherseen und beim Ausbau der Infrastruktur anregen, um zukünftige Hochwassergefahren im Himalaya zu mindern.