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Das Fintech erhielt eine bedingte Genehmigung von der OCC, die den Weg für eine US‑Bank ebnet, die bereits im nächsten Jahr starten könnte.

Revolut gab am Donnerstag bekannt, dass es eine bedingte Genehmigung von der Office of the Comptroller of the Currency für eine nationale Banklizenz in den Vereinigten Staaten erhalten hat. Die Entscheidung folgt einer langwierigen Prüfung durch die Aufsichtsbehörde und beseitigt das erste große Hindernis im Plan des Unternehmens, ein Full‑Service‑Bankangebot für US‑Verbraucher einzuführen.
Die Genehmigung verschafft Revolut eine rechtliche Grundlage, die verbleibenden Lizenzen bei der Federal Reserve und der Federal Deposit Insurance Corporation zu beantragen. Beide Genehmigungen sind erforderlich, bevor das Unternehmen Konten eröffnen, Einlagen annehmen und Kredite im größten Finanzmarkt der Welt anbieten kann.
Nik Storonsky, Gründer und Chief Executive des Unternehmens, sagte:
Die bedingte OCC‑Genehmigung ist ein wichtiger erster Schritt zur Gründung der geplanten Revolut Bank US. Sie gibt uns die Grundlage, im größten Finanzmarkt der Welt zu bauen und das komplette Revolut‑Erlebnis Millionen von Amerikanern zu bieten.
Die bedingte Genehmigung markiert Revoluts zweiten Versuch, eine US‑Banklizenz zu erhalten. Im März 2021 versuchte das Unternehmen, über eine staatliche Lizenz in Kalifornien in den Markt einzutreten, doch das Vorhaben stockte und wurde Ende 2023 nach regulatorischen Reibungen und einem Verlust von $20 Millionen, der mit einem Fehler im US‑Zahlungssystem zusammenhing, zurückgezogen.
Die Vereinigten Staaten stellen für Fintechs, die Skalierung anstreben, eine enorme Chance dar. Mit über 330 Millionen Erwachsenen übertrifft der Markt Revoluts Heimatbasis im Vereinigten Königreich, wo das Unternehmen kürzlich nach einer vierjährigen Wartezeit eine Full‑Fat‑Lizenz erhalten hat, sowie eine neue Genehmigung von der Europäischen Zentralbank.
Andere europäische Herausforderer hatten Schwierigkeiten, Fuß zu fassen. In den letzten zwei Wochen blockierte die OCC Anträge des Geldtransferunternehmens Wise und der Neobank Bunq aus Aufsichts‑ und Compliance‑Gründen. Ali Niknam, Gründer von Bunq, wurde gebeten, einen speziell auf den US‑Markt zugeschnittenen Plan vorzulegen, während die Anti‑Geldwäsche‑Kontrollen von Wise als unzureichend eingestuft wurden.
Revolut richtet nun den Fokus auf die Federal Reserve und die FDIC. Werden diese Genehmigungen erteilt, könnte das Fintech seine US‑Bank bereits im Jahr 2025 starten und ein Service‑Portfolio anbieten, das Girokonten, Sparprodukte und Kreditkarten umfasst, alles integriert in die bestehende App.
Ein Erfolg würde Revolut vor Konkurrenten wie Monzo positionieren, das Anfang dieses Jahres unter der Geschäftsführerin Diana Layfield seine US‑Geschäfte zurückzog, sowie die Zahlungsplattform Zilch, die ihre US‑Aktivitäten nach einer begrenzten Einführung ihres Buy‑Now‑Pay‑Later‑Dienstes eingeschränkt hat.
Analysten werden die nächsten regulatorischen Schritte genau beobachten, da eine vollständige US‑Banklizenz die Wettbewerbsdynamik zwischen traditionellen Banken und Fintechs neu gestalten und die Akzeptanz von Digital‑First‑Banking bei amerikanischen Verbrauchern beschleunigen könnte. Vorläufig ist Revoluts bedingtes grünes Licht ein klares Signal, dass das Unternehmen ernsthaft daran arbeitet, auf beiden Seiten des Atlantiks ein bedeutender Akteur zu werden.