European business, markets and politics
Bei einem G20‑Treffen in Houston kündigte die US EPA die größte Deregulierung von Emissionen aus Kraftwerken seit Jahrzehnten an und hob die Klimaregeln aus der Biden‑Ära auf.

G20-Energieminister versammelten sich diese Woche in Houston, während die United States eine umfassende Umkehr der Klimaregelungen für Kraftwerke enthüllten. Lee Zeldin, der Administrator der Environmental Protection Agency, sagte, die Behörde wolle die 2024‑Standards, die unter dem Clean Air Act festgelegt wurden, abschaffen und reiche eine neue Regel ein, die behauptet, die Behörde habe keine Befugnis, Treibhausgasemissionen aus dem Energiesektor zu regulieren.
Die Regeln aus der Biden‑Ära verlangten, dass bestehende Kohlekraftwerke und neue Gasanlagen ihre Kohlendioxid‑Emissionen im Laufe der Zeit um bis zu 90 Prozent reduzieren, ein Ziel, das die flächendeckende Einführung von CO₂‑Abscheidetechnologie erzwungen hätte. Die EPA argumentiert nun, dass diese Ziele „unmöglich zu erreichen“ seien und die Fristen zu knapp seien. Im begleitenden Vorschlag will die Behörde zudem das 2009‑Endangerment Finding aufheben, die wissenschaftliche Feststellung, dass Treibhausgase die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen gefährden.
Umweltgruppen kündigten sofort an, Klage einzureichen, und bezeichneten die Entscheidung als „einen dunklen Tag für Politiken, die Menschen vor den Verwüstungen des Klimawandels schützen“. Rachel Cleetus von der Union of Concerned Scientists sagte gegenüber Reportern: „Sie stützen die Gewinne der fossilen‑Brennstoff‑Industrie und stellen die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen völlig in den Hintergrund.“
„Heute schneiden wir das bürokratische Kleingedruckte ab, um die bislang größte Deregulierungsmaßnahme im Energiesektor umzusetzen“, sagte Lee Zeldin auf der Pressekonferenz.
Rechtsexperten sehen einen Konflikt der Argumente. Meredith Hankins, Spezialistin beim Natural Resources Defense Council, bemerkte, dass der Entwurf der Aufhebung die Befugnisse der EPA anerkenne, dann jedoch behaupte, die Behörde habe den falschen Ansatz gewählt – ein Widerspruch, der wahrscheinlich vor Gericht geprüft wird.
Die Verwaltung schätzt, dass die Aufhebung $310 billion einsparen wird, während die neue Regel weitere $370 million an Einsparungen bringe – Zahlen, die Kritiker als optimistisch bezeichnen und die genauer geprüft werden. Sollten die Regeln Bestand haben, könnte die United States einen Anstieg neuer Kohle‑ und Gasprojekte erleben, was ihre eigenen Klimaverpflichtungen und die breitere globale Anstrengung zur Begrenzung der Erwärmung untergraben würde.
Unterdessen fügt die Entscheidung einer Reihe von Rücknahmen unter der von Donald Trump‑ausgerichteten Verwaltung hinzu, darunter den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen und die Abschaffung von Emissionsstandards für Fahrzeugabgase. Es wird erwartet, dass Gerichte in den kommenden Monaten über die Klagen entscheiden, und das Ergebnis wird den Kurs der US‑Klimapolitik für Jahre prägen.