Tuesday 1 September 2026London --:--Frankfurt --:--Zurich --:--
France

Read in English

Lire en français

USA lädt russischen Finanzminister zum G20 ein, löst europäische Empörung aus

Die Anwesenheit des russischen Finanzministers bei den G20-Finanzgesprächen in North Carolina hat scharfe Kritik aus Europa hervorgerufen und könnte die transatlantische Koordination neu gestalten.

By
US draws European pushback with Russia G20 finance invite

Anton Siluanov erschien persönlich zur Eröffnung des Treffens der G20-Finanzminister und Zentralbankgouverneure in Asheville, North Carolina, am Montag und traf sich mit Scott Bessent, dem US-Finanzminister. Die Einladung, ausgesprochen, während die Vereinigten Staaten die rotierende G20‑Präsidentschaft innehaben, hat bei europäischen Führungskräften, die nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 Moskau isolieren wollen, Frustration ausgelöst.

Europäische Gegenreaktion

Deutsche Finanzminister Lars Klingbeil sagte gegenüber Reportern, er hätte eine klare US‑Position bevorzugt, dass der russische Beamte nicht als regulärer Gast behandelt wird. „Die Anwesenheit des russischen Finanzministers hier sendet ein Signal, das ich beunruhigend finde“, sagte er und fügte hinzu, dass er sich geweigert habe, für ein gemeinsames Foto mit Siluanov zu posieren.

Die Europäische Union wiederholte diese Haltung, erklärte, sie werde nicht in einem Gruppenfoto mit Siluanov erscheinen und werde weiterhin darauf drängen, dass der Iran destabilisierende Aktivitäten durch von den USA geführten wirtschaftlichen Druck beendet.

US‑Agenda und Ausblick

Präsident Donald Trump wischte die Kontroverse beiseite und sagte, die Vereinigten Staaten würden es bevorzugen, „mit allen auszukommen“, und dass dieser Ansatz zu seinem Erfolg beitrage. Der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, fügte hinzu, dass die Regierung mit Russland an einem Abkommen arbeite, um das „endlose Blutvergießen“ in der Ukraine zu beenden, betonte jedoch, dass jegliche wirtschaftliche Entlastung von der Beendigung des Krieges abhängig sei.

„Der Präsident und die Verwaltung werden niemals davor zurückschrecken, mit den Personen zu sprechen, mit denen wir sprechen müssen, um das voranzutreiben“, sagte Desai.

Abgesehen vom Russland‑Thema nutzte Bessent das Treffen, um Unterstützung für härtere Sanktionen gegen den Iran zu mobilisieren und Wege zur Ankurbelung des globalen Wachstums zu diskutieren. Der G20, dem 19 Länder sowie die EU und die Afrikanische Union angehören, kämpft zudem mit hoher Inflation, Handelsspannungen, insbesondere einem jüngsten Streit zwischen den USA und Kanada, und Herausforderungen im Bereich der Staatsschulden.

Analysten warnen, dass die Episode die Koordination zwischen den USA und der EU innerhalb des G20 belasten könnte, was die Einigung über zukünftige wirtschaftliche Maßnahmen erschweren könnte. Während der Gipfel weitergeht, wird die Vereinigten Staaten voraussichtlich Druck von europäischen Partnern erhalten, eine konsequentere Haltung gegenüber Russland einzunehmen, während sie gleichzeitig ihre breitere Agenda zu Iran und globaler Stabilität verfolgt.

More from France