European business, markets and politics
Ein Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Beschaffungsregeln zu vereinfachen und lokalen Behörden zu ermöglichen, europäische Lieferanten gegenüber ausländischen Konkurrenten zu bevorzugen.

Die Europäische Kommission hat ein Gesetzentwurfs‑Paket vorgestellt, das die Regeln für die öffentliche Beschaffung vereinfachen und den Mitgliedstaaten einen klareren Weg ermöglichen würde, europäische Lieferanten zu priorisieren. Der Vorschlag würde das Regelwerk von etwa 900 Seiten auf rund 200 verkleinern und ein einheitliches Online‑Portal für alle EU‑Ausschreibungen einführen.
Die öffentliche Beschaffung macht jährlich etwa €2,6 Billionen aus, ungefähr 15 Prozent des BIP des Blocks, und ist ein wichtiges Instrument im Wettbewerb mit China, den Vereinigten Staaten und anderen großen Volkswirtschaften. EU‑Industriechef Stéphane Séjourné sagte Reportern, dass der Sektor „sowohl ein strategisches Werkzeug als auch ein mächtiges politisches Hebelinstrument“ sei, da globale Mächte ihre Kaufkraft nutzen, um industrielle Agenden voranzutreiben.
Der neue Rahmen würde Kommunen, Regionen und nationale Regierungen befähigen, Kriterien jenseits des Preises festzulegen, wie Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und eine „europäische Präferenz“-Klausel. Das könnte Aufträge für alles von Bussen bis zu digitalen Dienstleistungen zu lokalen Produzenten verlagern.
Wir geben ihnen jetzt die Mittel, europäische Busse zu bevorzugen.
Nach dem Entwurf hätten die Behörden den Ermessensspielraum, die europäischen Präferenz‑Kriterien bei der Bewertung von Angeboten anzuwenden. Séjourné stellte fest, dass viele lokale Körperschaften derzeit die bestehenden Bestimmungen, die ihnen die Wahl von EU‑Unternehmen gegenüber ausländischen ermöglichen, nicht nutzen.
Kritiker warnen, dass die Änderung handelsrechtliche Fragen aufwerfen könnte, doch die Kommission sagt, die Reformen geben den Käufern lediglich die Werkzeuge, die sie bereits besitzen. Wenn sie angenommen wird, könnte der Ein‑Plattform‑Ansatz auch KMU zugutekommen, die in den öffentlichen Sektor einsteigen wollen.
Das Parlament wird den Vorschlag in den kommenden Monaten diskutieren, und wenn er angenommen wird, könnte das neue System bereits im nächsten Jahr die Ausschreibungsergebnisse prägen, was einen Wandel darin signalisiert, wie Europa um strategische Aufträge konkurriert.