European business, markets and politics
https://morningwire.eu/fr/le-credit-prive-europeen-atteint-un-record-alors-que-les-fonds-de/
Ein Rückgang bei Unternehmensverkäufen zwang Private‑Equity‑Eigentümer, sich an private Kreditgeber zu wenden, wodurch das europäische Direct Lending ein neues Hoch erreichte.

Direct Lending von European private credit firms stieg im ersten Halbjahr 2024 auf einen Rekord von €63.2bn (£54.1bn) laut Daten der Analyseplattform Debtwire. Der Anstieg, vor allem durch die Aktivität im ersten Quartal getrieben, spiegelt wider, dass Private‑Equity‑Eigentümer Verkäufe verschieben und versuchen, die Laufzeiten der Kredite ihrer Portfoliounternehmen zu verlängern.
Der Anstieg ist bedeutsam, weil er einen Wandel in den Finanzierungsmustern mittelgroßer und großer Unternehmen auf dem gesamten Kontinent signalisiert. Da Banken sich von risikoreicheren Kreditnehmern zurückziehen, ist Private Credit zur bevorzugten Quelle für Schnelligkeit und Flexibilität geworden, jedoch zu höheren Kosten. Der Zustrom von Refinanzierungsgeschäften deutet zudem auf einen breiteren Stress im Private‑Equity‑Exit‑Markt hin, der Bewertungen und zukünftige Kapitalbeschaffungen beeinflussen könnte.
In den ersten drei Monaten haben Private‑Credit‑Kreditgeber €34.8bn ausgegeben, eine Summe, die die im zweiten Quartal verzeichneten €28.4bn bei weitem übertrifft, ein Rückgang von 25 Prozent im Jahresvergleich. Patrick Costello, EMEA‑Analyst für Private Credit bei Debtwire, erklärte die Dynamik:
„Der Mangel an Exit‑Perspektiven, insbesondere für von Private‑Equity unterstützte Unternehmen, ist ein wesentlicher Grund, warum Kreditgeber und Sponsoren versuchen, Laufzeiten durch eine Refinanzierung zu verlängern.“
Costello fügte hinzu, dass große Unternehmen öffentliche Marktschulden bevorzugen, die günstiger sind als Private Credit, wodurch Kreditgeber kleinere, mittelgroße Marktchancen verfolgen, in denen der Wettbewerb nach wie vor intensiv ist.
Das Transaktionsvolumen verlangsamte sich in den meisten Märkten im zweiten Quartal. Die Nordic states verzeichneten den stärksten Rückgang, wobei die Zahl der Deals um 23 Prozent im Jahresvergleich auf 30 sank. France meldete einen Rückgang von 17 Prozent, schloss jedoch noch 91 Transaktionen ab, zweitplatziert nach UK and Ireland, die 186 Deals verbuchten.
Unter den Kreditgebern führte das Investment‑Management‑Unternehmen Ares mit 31 neuen Deals an, was etwa 7.8 Prozent des gesamten Marktvolumens ausmacht. Arcmont folgte mit 23 Deals (5.7 Prozent) und Apollo verzeichnete 20 Deals.
Costello erwartet, dass die Refinanzierungstätigkeit im zweiten Halbjahr und bis 2025 stark bleibt, vorausgesetzt, die M&A‑Volumina erholen sich nicht stark. Große Kreditnehmer werden voraussichtlich weiterhin öffentliche Schuldeninstrumente bevorzugen, was Private Credit auf das Mittelstandssegment konzentrieren könnte.
Für Investoren bietet der wachsende Private‑Credit‑Pool höhere Renditen, birgt jedoch auch ein erhöhtes Kreditrisiko, insbesondere wenn die Gesamtwirtschaft schwächer wird. Unternehmen, die Kapital suchen, müssen möglicherweise die Kostenprämie privater Mittel gegen die relative Zugänglichkeit abwägen.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Schuldendruck andere britische Unternehmen beeinflusst, in Morrisons' Schuldenkampf.