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Wirtschaft

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Große Steuererhöhungen drohen, da der Anleihemarkt‑Crash das britische Budget belastet

Ein Anstieg der britischen Staatsanleihenrenditen hat den finanziellen Spielraum der Regierung stark reduziert und den Finanzminister zu erheblichen Steuererhöhungen im kommenden Haushalt gedrängt.

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John Healey smiling, holding two ice cream cones, standing in front of an ice cream van.

Starke Kursverluste an den globalen Anleihemärkten haben die 10‑jährige Staatsanleihe‑Rendite auf den höchsten Stand seit August 2007 getrieben und den finanziellen Spielraum, den das Finanzministerium eingeplant hatte, geschmälert. Ökonomen sagen, dass dieser Schritt eine Reihe von „großen Steuererhöhungen“ beim für den 28. Oktober geplanten Haushalt fast unvermeidlich macht.

Anleihemarkt‑Turbulenzen verringern den finanziellen Spielraum

Laut dem leitenden UK‑Ökonomen von Handelsbanken könnte der Sprung bei den Gilt‑Renditen den von Kanzler John Healey zuvor identifizierten Puffer von £22.7 billion auslöschen. Die Bank warnte, dass die höheren Kreditkosten die Wahrscheinlichkeit erhöhen würden, dass am 28. Oktober neue Steuererhöhungen angekündigt werden.

Forschungen von Pantheon Macroeconomics bestätigen diese Einschätzung. Die Analysten Rob Wood und Elliott Jordan-Doak berechnen, dass der finanzielle Spielraum auf etwa £13 billion gesunken ist, deutlich unter den früheren Prognosen von rund £15 billion vor dem Anleiheverkauf.

Finanzielle Belastungen zwingen zu Steueroptionen

Das Office for Budget Responsibility wird seine Schätzungen der Schuld‑Zinszahlungen nach oben korrigieren müssen. Es rechnet nun damit, dass die Regierung in den nächsten fünf Jahren etwa £135 billion für die Schuldendienstleistungen ausgibt, wobei in diesem Jahr rund £110 billion fällig werden – fast das Doppelte des für die Verteidigung vorgesehenen Betrags.

Healey steht vor einem jährlichen Fehlbetrag von £1.2 billion im Verteidigungsinvestitionsplan, neben dem Versprechen, die Mehrwertsteuer von Energierechnungen zu entfernen, ein Schritt, der das Finanzministerium etwa £800 million pro Jahr kosten könnte. Die Regierung steht zudem unter Druck, die Verteidigungsausgaben auf 3 Prozent des BIP zu erhöhen, was etwa £10 billion entspricht.

Ausblick auf den Oktober‑Haushalt

Der politische Kontext erhöht die Dringlichkeit. Healey trat als Verteidigungsminister unter der Regierung von Sir Keir Starmer zurück, nachdem es ihm nicht gelungen war, ein Versprechen für das 3‑Prozent‑Verteidigungsziel bis 2030 zu sichern. Lord Jim O’Neill, ehemaliger Goldman‑Sachs‑Manager, der Andy Burnham beriet, warnte, dass eine Erhöhung der Kapitalertragssteuer wahrscheinlich sei, merkte jedoch an, dass sie das Risikoverhalten dämpfen könnte.

"Es wird noch mehr echte Risikoträger entmutigen und sie dazu bringen, darüber nachzudenken, ob sie sich bewegen oder nicht so viel von dieser Art von Aktivitäten durchführen, wie sie es bisher getan haben," sagte O’Neill in einem Interview mit LBC.

Analysten erwarten, dass der Kanzler ein Paket von Steuermaßnahmen ankündigt, möglicherweise höhere Einkommensteuersätze, eine Wiederbelebung der Kapitalertragssteuer und eventuell die Wiedereinführung des Energie‑Mehrwertsteuersatzes, um die wachsende Lücke zu schließen. Diese Maßnahmen werden die Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte erhöhen und zugleich die politische Debatte vor der nächsten Parlamentswahl neu gestalten.

Für einen tieferen Einblick, wie die steigenden Gilt‑Renditen die Schuldenlast erhöhen, siehe den aktuellen Bericht über UK‑Gilt‑Renditen erreichen ein 18‑jähriges Hoch.

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