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Eine Welle von Bränden auf Indonesiens Torflandschaften erstickt die Region mit Rauch, was Schulschließungen und Gesundheitswarnungen nach sich zieht.

Indonesia kämpft gegen einen Anstieg von Torfbrandereignissen, die einen dicken Smog über die Region treiben. Satellitendaten zeigen, dass in diesem Jahr fast 300 000 Hektar verbrannt sind, wobei zwischen Ende August und Anfang September mehr als 23 Millionen metrische Tonnen Kohlenstoff freigesetzt wurden. Der Rauch hat Schulen zur Schließung gezwungen, Millionen zum Fernunterricht getrieben und Gesundheitswarnungen in Nachbarländern ausgelöst.
Die Brände konzentrieren sich auf Borneo und Sumatra, Inseln, die einige der größten tropischen Wälder der Welt beherbergen. Laut dem unabhängigen Nusantara Atlas-Portal entspricht die Kohlenstoffausstoßung den extremen Werten, die in den starken El Nino-Jahren 2015 und 2019 verzeichnet wurden. Mark Parrington, ein leitender Wissenschaftler beim Copernicus Atmosphere Monitoring Service, sagte gegenüber Reportern: „Wir sehen bereits jetzt... wirklich extreme Feueremissionen, die mit denen der vorherigen starken El Nino-Jahre vergleichbar sind, sowie das Ausmaß des Rauchs, des Smogs und die Auswirkungen auf die Luftqualität.“
„Wir sehen bereits jetzt... wirklich extreme Feueremissionen, die mit denen der vorherigen starken El Nino-Jahre vergleichbar sind, sowie das Ausmaß des Rauchs, des Smogs und die Auswirkungen auf die Luftqualität“, sagte Mark Parrington.
Analysten verknüpfen die Intensität mit einem starken El Nino-Ereignis, das laut den United Nations das stärkste seit vier Jahrzehnten sein könnte. Während El Nino die Landschaft austrocknet, befeuert die von Menschen begonnene Brandrodung das Inferno. David Gaveau, Gründer des Nusantara Atlas, erklärte: „El Nino entzündet keine Brände. Es schafft die trockenen Bedingungen, die es von Menschen gestarteten Feuern ermöglichen, sich auszubreiten und sehr groß zu werden.“
Mehr als fünf Millionen Menschen in Malaysia, Singapore und den Philippines sind laut Gesundheitsbehörden einer gefährlichen Luftqualität ausgesetzt. In Malaysia wurde in Sarawak ein Notstand ausgerufen, was zur Schließung von fast 650 Schulen führte. Die National Environment Agency von Singapore meldete „ungesunde“ Messwerte in ihrer Zentralregion, während die Philippines PM2,5-Werte verzeichneten, die als „sehr ungesund“ eingestuft wurden, bevor sie sich allmählich verbesserten.
Gesundheitsminister Dante Saksono Harbuwono warnte, dass der Smog ernsthafte Atemwegsrisiken darstelle, insbesondere für Kinder und ältere Menschen. Wahyu Perdana, Sprecher der NGO Pantau Gambut, hob die Rolle von entwässertem Torf hervor: „Torf ist ein natürlich feuchtes Ökosystem und speichert große Mengen organischen Materials. Wenn Torf entwässert wird, wird dieses organische Material in Brennstoff umgewandelt.“
Das Außenministerium Indonesiens, vertreten durch Sprecher Vahd Nabyl Achmad Mulachela, erklärte, dass die Regierung in regelmäßigem Kontakt mit den Nachbarstaaten stehe und die ASEAN‑Treffen zum grenzüberschreitenden Smog weiterlaufen. Das Löschen der Brände bleibt aufgrund der Tiefe der Torfschichten herausfordernd, und Experten betonen, dass ohne die Bewältigung von Landrodungspraktiken zukünftige Episoden wahrscheinlich seien.
Für den Moment überwachen die Behörden der betroffenen Länder die Luftqualität, raten gefährdeten Gruppen, sich drinnen aufzuhalten, und bereiten Notfallpläne für Schulen und Gesundheitsdienste vor, während der Smog anhält.