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Videos eines TikTok‑Livestreams zeigen Dutzende von Särgen, die nach den tödlichen „Black Wednesday“-Bränden, die die Region Jijel verwüsteten, beerdigt werden.

In der Nacht des 27. August wurde eine rechteckige Grube auf dem Friedhof von Djemaa Beni Habibi mit Leichen gefüllt, während ein kleiner Zuschauerkreis zusah. Die Szene wurde von einem Einwohner von Jijel live auf TikTok übertragen, der die düstere Arbeit auf algerischem Arabisch beschrieb.
Jedes Mal bringen sie 30 oder 40 [Leichen]. Viele Menschen sind gestorben. Es gibt Menschen, die nach ihren Eltern, nach ihren Kindern suchen und sie noch nicht gefunden haben. El Ancer, Texenna, El Milia, [fast die gesamte Region] Jijel ist betroffen.
Das Filmmaterial zeigt schwere Maschinen, die Reihen einfacher Erdhügel bedecken, die nur mit Wasserflaschen oder Stöcken markiert sind. Mindestens 13 Särge sind in einem einzigen Graben zu sehen, und die Ausgrabung geht weiter, was darauf hindeutet, dass das Grab noch viele weitere Opfer aufnehmen könnte.
Offizielle Zahlen, die am 26. August veröffentlicht wurden, nannten 12 Todesfälle und 54 Verletzte, doch lokale Krankenhauslisten, die auf der Facebook‑Seite des Dorfes veröffentlicht wurden, identifizierten 72 Namen. Eine unabhängige Zählung des Beobachterteams ergab mindestens 98 Opfer aus dem weiteren Gebiet von Jijel, während Journalisten, die sich auf ungenannte Quellen berufen, behaupten, die Todeszahl könnte bis zu 385 betragen.
Die Diskrepanz ist bedeutsam, weil sie beeinflusst, wie Hilfe verteilt wird, wie Familien Entschädigungen erhalten und wie das Vorgehen der Regierung bei der Krise im In‑ und Ausland beurteilt wird.
Premierminister Sifi Ghrieb und weitere Beamte nahmen an der Bestattung teil, doch es wurde keine aktualisierte offizielle Todeszahl veröffentlicht. Das Schweigen wurde in den sozialen Medien ausgenutzt, wobei Konten, die Algeriens Rivalen Marokko unterstützen, unverifizierte Videos veröffentlichten, um eine Vertuschung zu suggerieren.
Über die unmittelbare Tragödie hinaus verdeutlichen die Brände Algeriens Verwundbarkeit gegenüber klimabedingten Katastrophen. Da Hitzewellen im Mittelmeerraum zunehmen, könnte das Land unter Druck geraten, das Waldmanagement und die Notfallvorsorge zu verbessern – Themen, die ebenfalls in der Klimapolitik der EU diskutiert werden (siehe EU‑Klimakampf‑Berichterstattung).
Menschenrechtsgruppen fordern eine unabhängige Untersuchung der Todeszahl und der Reaktion auf die Brände. Internationale Hilfsorganisationen haben Unterstützung zugesagt, doch die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Hilfe werden von genauen Opferzahlen abhängen.
Für Familien, die noch nach Angehörigen suchen, bietet die Massenbestattung einen schmerzhaften Abschluss, unterstreicht aber zugleich die Notwendigkeit einer klareren Kommunikation seitens der algerischen Behörden.