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Morrisons’ Schuldenkampf: Kann der Lebensmittelhändler einen Platz unter den britischen Big Four zurückerobern?

Mit einem Vorsteuerverlust von £629 Millionen und einer Nettoverschuldung von über £7 Milliarden steht der neue CEO von Morrisons vor einem steilen Aufstieg zurück in die Elite der britischen Supermärkte.

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Green Instacart shopping cart outside a modern Morrisons supermarket entrance with large glass windows

Morrisons gab einen Umsatzanstieg von 2.8 % für das Jahr bis Oktober bekannt, verzeichnete jedoch weiterhin einen Vorsteuerverlust von £629 million, wodurch eine Gewinnlose Phase verlängert wurde, die nun mehrere Quartale zurückreicht. Der Verlust wurde durch eine Abschreibung der 2022 erworbenen Convenience‑Kette, höhere Betriebskosten und eine Nettoverschuldung von £7.5 billion verursacht.

Schuldenlast und Vermögensverkäufe

Der Schuldenanstieg lässt sich auf das Leveraged‑Buyout von £7 billion im Jahr 2021 durch die Private‑Equity‑Firma Clayton Dubilier & Rice zurückführen. Seitdem ist die Bilanz gewachsen, was den Vorstand veranlasste, einen Verkauf von Grundbesitzrechten an Filialimmobilien im Wert von £1 billion sowie ein anschließendes Rückmiet‑Arrangement in Betracht zu ziehen.

„Der Turnaround verläuft langsam und bei einer Schuldenlast dieser Größe wird es nichts als schwierig sein“, sagte Catherine Shuttleworth, Analystin für den Einzelhandel.

Zu Beginn dieses Jahres kauften Blackstone und ein Saudi sovereign wealth fund große Teile von Morrisons’ Immobilienportfolio, doch das Unternehmen erklärt, dass weitere Veräußerungen nötig sein könnten, um die Zinskosten im Griff zu behalten.

Wettbewerbsdruck und Convenience‑Strategie

Abgesehen von der Bilanz kämpft der Lebensmittelhändler gegen einen von Aldi und Lidl neu geprägten Markt, deren Niedrigpreis‑Modelle den Anteil traditioneller Supermärkte geschmälert haben. Morrisons versucht dem entgegenzuwirken, indem es sein Convenience‑Format ausbaut, 30 neue „Daily“-Filialen eröffnet und in den nächsten Jahren „Hunderte weitere“ plant.

Ein weiterer Konkurrent im Convenience‑Segment ist Asda, das ein Pilot‑Partnerschaftsmodell mit unabhängigen Eckläden testet und damit das bereits dichte Feld kleiner Einzelhändler weiter verdichtet.

Ausblick

Analysten von Retail Economics erkennen an, dass Rami Batiéh, der im November 2023 das Ruder übernommen hat, einige Grundwerte wie Preis, Verfügbarkeit und Frischequalität wiederhergestellt hat und dass der Marktanteil nach einer Phase des Rückgangs stabilisiert. Allerdings warnt Nicholas Found, dass „das schiere Tempo und Ausmaß des Wettbewerbs“ bedeutet, dass Morrisons die Schuldenreduktion mit dem Kapital, das zur Modernisierung der Filialen und zum Ausbau des Convenience‑Netzwerks nötig ist, ausbalancieren muss.

Die Regierungspolitik fügt eine weitere Unsicherheitsebene hinzu. Der Lebensmittelhändler hat jüngste Steuererhöhungen und eine fragile Verbrauchervertrauen für die Druck auf die Margen verantwortlich gemacht, und ein Ransomware‑Angriff auf seinen Technologie‑Dienstleister zu Beginn dieses Jahres hat die Lieferketten gestört, was betriebliche Schwachstellen aufzeigt.

Mit Blick nach vorn wird Morrisons voraussichtlich den Verkauf von Immobilien im Wert von £1 billion vorantreiben, was die Verschuldung senken, jedoch die Leasingverbindlichkeiten, bereits bei £2 billion, erhöhen und den Cashflow beeinflussen könnte. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Expansion im Convenience‑Bereich genügend zusätzlichen Gewinn erwirtschaften kann, um die höheren Mietkosten auszugleichen, und ob das Unternehmen die Preis­wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten kann, ohne die Margen weiter zu schmälern.

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