European business, markets and politics
Palantir‑Chef Alex Karp argumentiert, dass der Schritt Frankreichs, US‑Software durch einen inländischen Anbieter zu ersetzen, Sicherheit und Innovation schädigen wird.

Alex Karp, CEO von Palantir, sagte am Mittwoch gegenüber Reportern, dass die jüngsten französischen Regelungen, die den Einsatz von US‑Herkunft‑Software einschränken, das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erzielen. Die Äußerungen erfolgten, nachdem Frankreich angekündigt hatte, die Palantir‑Plattform bei der Inlandsnachrichtendienstbehörde DGSI durch eine Lösung des französischen Anbieters ChapsVision zu ersetzen, aus Bedenken hinsichtlich der Datensouveränität.
Die Entscheidung spiegelt ein breiteres Bestreben von Paris wider, sensible Daten auf französisch‑kontrollierten Systemen zu behalten. Während der Schritt als Schutzmaßnahme gegen ausländischen Einfluss dargestellt wird, warnte Karp, dass das Ausschließen bewährter Technologie Lücken in der operativen Leistungsfähigkeit erzeugen könnte.
Karp sagte am Rande einer G20‑Versammlung in Chapel Hill, North Carolina, dass der regulatorische Ansatz „nach hinten losgeht“. Er fügte hinzu, dass Entscheidungen von Beamten getroffen würden, die nicht über die technische Fachkompetenz verfügen, die nötig ist, um die Abwägungen zu beurteilen.
Diese Maßnahmen gehen nach hinten los. Das regulatorische Umfeld hilft offensichtlich weder Europa noch Frankreich.
Karp warnte außerdem, dass das bloße Ersetzen von US‑Software durch eine inländische Alternative keine Sicherheit garantiert, da viele französische Verträge nach wie vor auf amerikanische oder chinesische Komponenten zurückgreifen, die hinter geschlossenen Modellen verborgen sind.
Derzeit bleibt der Vertrag der DGSI mit Palantir in Kraft, und die Behörde wird die bestehende Plattform weiter betreiben, während ChapsVision sein Tool fertigstellt – ein Prozess, der voraussichtlich mehrere Monate dauern wird. Die Episode verdeutlicht die Spannung zwischen Zielen der nationalen Sicherheit und den praktischen Anforderungen bei der Beschaffung komplexer Analyse‑Software.
Palantir, das etwa $4,5 Milliarden Jahresumsatz erwirtschaftet, hat in Frankreich nur eine bescheidene Präsenz und erklärt, dort nicht aggressiv expandieren zu wollen. ChapsVision, 2019 gegründet, meldete im vergangenen Jahr einen Umsatz von €200 Millionen, ein Bruchteil der Größe von Palantir.
Analysten gehen davon aus, dass der französische Schritt ein Signal an andere europäische Regierungen über die Attraktivität heimischer Lösungen senden wird, doch die Umstellung könnte US‑Technologiekonzerne auch dazu veranlassen, für klarere, technisch fundierte Regulierungen zu lobbyieren.