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Kiew fordert ein vollständiges Verbot ziviler Flüge über Russland und warnt vor zunehmenden Risiken für die kommerzielle Luftfahrt.

Ukraine hat an die International Civil Aviation Organisation (ICAO) geschrieben und ihre Mitglieder gebeten, alle zivilen Luftfahrzeugoperationen in Russia zu untersagen. Die Bitte folgt der Warnung von Präsident Volodymyr Zelensky, dass der russische Luftraum nach einem Anstieg ukrainischer Drohnenaktivitäten „völlig unsicher“ werde.
Der Schritt erfolgt, während Kiew die Vergeltung für die verstärkten russischen Angriffe auf Kyiv intensiviert, die bereits sieben aufeinanderfolgende Tage von Luftschutzalarmen und Schäden an ziviler Infrastruktur erlebt haben. Während europäische und US‑Fluggesellschaften bereits russische Routen meiden, nutzen Fluggesellschaften aus China, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Golfstaaten weiterhin den Luftraum, wodurch Passagiere potenziellen konfliktbedingten Gefahren ausgesetzt werden.
In einem Schreiben an ICAO‑Vorsitzenden Juan Carlos Salazar sagte Mykola Kalashnyk, Ukrainas Infrastrukturminister, dass Kiew der Ansicht sei, das Risiko von Tragödien am Himmel müsse minimiert werden. Er forderte die Behörde auf, „die vollständige Untersagung ziviler Luftfahrzeugoperationen im Luftraum der Russischen Föderation durch die ICAO‑Mitgliedstaaten zu erleichtern“.
Wir werden ausschließlich russische Militäreinrichtungen anvisieren und keine zivilen Flugzeuge bedrohen.
ICAO wird voraussichtlich den Antrag bei seiner nächsten Ratssitzung erörtern, wobei ein Konsens unter den Mitgliedstaaten entscheidend sein wird. Gibt die Organisation eine starke Empfehlung ab, könnten Länder ihre eigenen Flugroutenregeln verschärfen und möglicherweise weitere nicht‑europäische Fluggesellschaften von russischen Routen abbringen.
Russland hat Zelenskys Äußerungen bereits als „Staatsterrorismus“ verurteilt und zugesagt, seine zivile Luftfahrt zu schützen. Die Spannung spiegelt frühere Vorfälle wider, wie die Notlandung einer Azerbaijan Airlines‑Flugzeuges im Jahr 2024 nach einer Umleitung in die Nähe der russischen Grenze, die die Gefahr verdeutlichte, dass Flugzeuge unbeabsichtigt in Konfliktzonen geraten.
Analysten von Osprey Flight Solutions stellen fest, dass die Drohnen‑ und Raketenangriffe der Ukraine bereits zu Flughafenstilllegungen tief im Inneren von Russia geführt haben und kommerzielle Fahrpläne gestört haben. Eine formelle ICAO‑Position könnte diese Störungen verstärken, Fluggesellschaften dazu veranlassen, alternative Korridore zu suchen und globale Flugmuster neu zu gestalten.
Für den Moment beobachtet die Luftfahrtgemeinschaft aufmerksam, wie Kiew ein breiteres Sicherheitsnetz fordert, und ICAO wägt die diplomatischen und operativen Folgen eines vollständigen Verbots ab.