European business, markets and politics
Finanzbeamte des Treasury schlagen vor, Rekordgewinne im Bank- und Ölsektor zu besteuern, da die Regierung vor dem Oktoberhaushalt zusätzliche Einnahmen sucht.

Das UK Treasury hat einen Plan ausgearbeitet, eine Windfall-Steuer auf die größten Banken und Ölproduzenten des Vereinigten Königreichs zu erheben, und hat den Vorschlag John Healey, dem Finanzminister, zur Prüfung vor dem Oktoberhaushalt vorgelegt.
Beamte sagen, dass die Maßnahme „low‑hanging fruit“ bieten könnte, um einen teilweise erschöpften fiskalischen Puffer, der nach dem Geschäftsjahr 2023‑24 bei £22.7 billion lag, wieder aufzubauen. Die zusätzlichen Einnahmen würden einen Verteidigungsinvestitionsplan in Höhe von £4.7 billion finanzieren, weitere £10 billion an Ministeriums‑Kürzungen decken und einen Puffer stärken, von dem die Resolution Foundation warnt, dass er auf nur £8 billion gesunken sein könnte.
Bankenchefs äußern bereits Bedenken. Dame Jane Fraser, Chief Executive von Citigroup, warnte das Treasury vor einer neuen Abgabe und sagte:
Wir würden jede neue Steuer, die die Stabilität des Finanzsystems untergraben könnte, entschieden ablehnen.
Branchenverbände wie UK Finance haben dem Finanzminister geschrieben und argumentiert, dass eine Steuer auf Finanzdienstleistungen Investitionen und die Kreditverfügbarkeit dämpfen könnte. Der Barclays‑Wirtschaftswissenschaftler Jack Meaning beschrieb den wahrscheinlichen Haushalt als Fortsetzung des fiskalischen Ansatzes der vorherigen Regierung und deutete an, dass das Treasury eher auf die Umverteilung bestehender Ausgaben als auf umfangreiche neue Steuern setzen wird.
Die öffentlichen Finanzen Londons werden zudem durch steigende Lohnzusagen im öffentlichen Sektor belastet. Der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, hat einer Gehaltserhöhung von 3.6 percent für Avanti‑Lokführer zugestimmt, während Lokführer des Ostküsten‑Betreibers LNER in den nächsten vier Jahren mit einer Erhöhung von 12 percent rechnen könnten. Diese Zusagen schränken die Fähigkeit der Regierung ein, zusätzlichen Entlastungen für Haushalte und Unternehmen zu gewähren.
Das Office for Budget Responsibility wird seine aktualisierte Prognose zusammen mit dem Haushalt veröffentlichen, und ein Sprecher des Treasury betonte erneut, dass der Finanzminister weiterhin darauf fokussiert ist, Unternehmen zu stärken, die Lebenshaltungskosten zu entlasten und die fiskalischen Vorgaben einzuhalten.
Analysten erwarten, dass die Oktober‑Erklärung eng am bestehenden fiskalischen Rahmen festhält, wobei mögliche neue Einnahme‑Maßnahmen voraussichtlich bescheiden ausfallen werden. Sollte die Windfall‑Steuer umgesetzt werden, würde sie als vorübergehender Aufschlag auf Gewinne eingeführt, ähnlich früherer Maßnahmen nach der Pandemie.
Selbst wenn die Steuer verzögert wird, muss das Treasury weiterhin Wege finden, den fiskalischen Puffer zu schützen und die Verteidigungsausgaben zu finanzieren, eine Entscheidung, die für eine Ausgabenüberprüfung Mitte nächsten Jahres vorgesehen ist.
Für Leser, die wissen möchten, wie die britische Steuerbehörde hochkarätige Fälle behandelt, siehe die jüngste HMRC‑Maßnahme gegen Jamie Carragher für Kontext zur Durchsetzung.