European business, markets and politics
Eine neue Ausgabenanalyse zeigt, dass Beratungsgebühren im Jahresvergleich um 1.9 % sinken, während KI‑bezogene Käufe fast doppelt so hoch sind.

Britische Unternehmen ziehen sich von Beratungsfirmen zurück und wenden sich künstlicher Intelligenz zur Problemlösung zu, so die neuesten Zahlen von City AM’s Business Spend Pulse. Die mittleren Beratungsgebühren fielen im August um 1.9% im Vergleich zum Vorjahr, obwohl die gesamten Unternehmensausgaben um 2.2% stiegen.
Der gleiche Datensatz, zusammengestellt aus Millionen von Transaktionen, die von Capital on Tap verarbeitet wurden, zeigt, dass der Anteil der Unternehmen, die KI‑Dienstleistungen kaufen, von einem von dreizehn im letzten Jahr auf einen von sieben in diesem Jahr gesprungen ist. Unternehmen wie Anthropic und ElevenLabs stehen nun auf den Beschaffungslisten eines wachsenden Anteils des KMU‑Sektors.
Die Ausgaben für professionelle Dienstleistungen fielen um etwa zehn Prozent der Gesamtausgaben, und der Anteil der Unternehmen, die Berater beauftragen, sank auf 18.6%, der stärkste Rückgang in allen Kategorien. Im Gegensatz dazu stiegen die Käufe von Geräten, Werkzeugen und Hardware, und die Ausgaben für Ladestationen für Elektrofahrzeuge sprangen um 20% an, da Unternehmen ihre Flotten elektrifizieren, um steigenden Kraftstoffkosten zu entgehen.
Geografisch stand London an der Spitze, mit etwa einem von fünf Unternehmen, die Geld für KI‑Anbieter bereitstellen. Milton Keynes folgte mit 16.3%, Edinburgh mit 16.1% und Bristol mit 15.7%.
Der Abschwung trifft den Beratungssektor hart. Im Juli kündigte KPMG an, etwa zehn Prozent seiner UK‑Corporate‑Services‑Division zu kürzen, während das kleinere Unternehmen Savannah nach „finanziellen Belastungen“ in die Insolvenz ging.
„Der August ist typischerweise einer der ruhigeren Monate des Jahres, da viele Inhaber eine Sommerpause einlegen, doch Unternehmen gaben dennoch etwas mehr aus als im Vorjahr, und sie investieren dieses Geld in Werkzeuge, die ihre Produktivität steigern“, sagte Damian Bryc hcy, Chief Executive von Capital on Tap.
Da das Herbstbudget naht, werden Unternehmen beobachten, wie Steuer- und Anreizpolitiken Technologieinvestitionsentscheidungen beeinflussen. Die Verlagerung hin zu KI könnte auch kommende Reformen der Unternehmensberichterstattung beeinflussen, die darauf abzielen, administrative Belastungen zu reduzieren und Kapital für Innovation freizusetzen.
Kurzfristig werden Berater voraussichtlich verstärkt auf Nischen‑ und hochwertige Beratungsleistungen setzen, die KI nicht nachahmen kann, während viele KMU weiterhin mit generativen Werkzeugen experimentieren, um die Produktivität zu steigern. Auf längere Sicht könnte das Gleichgewicht zwischen externer Expertise und interner KI‑Kompetenz das Landschaftsbild der professionellen Dienstleistungen im UK neu gestalten.