European business, markets and politics
Die neuesten Daten von Lloyd's zeigen einen bescheidenen Rückgang der britischen Hauspreise und signalisieren die Auswirkungen strengerer Kreditbedingungen auf den Markt.

UK Hauspreise fielen im Jahr bis August, was den ersten jährlichen Rückgang seit fast drei Jahren markiert. Der Lloyd's Hauspreisindex meldete einen Durchschnittspreis von £298,468, 0,2 % niedriger zum Vormonat und 0,4 % im Jahresvergleich.
Höhere Kreditkosten haben viele potenzielle Käufer an den Rand gedrängt, die Nachfrage reduziert und das Transaktionsvolumen verlangsamt. Hypothekengenehmigungen liegen laut Bank of England auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2024, während die Zahl der Wohnungsverkäufe in den drei Monaten bis Juli um 4 % gegenüber dem Vorquartal gesunken ist, zeigen HMRC‑Daten.
Regionale Daten zeigen die stärksten Rückgänge im Südosten, wo die Preise um 1,6 % auf £381,729 fielen, und in London, wo der Durchschnittspreis um 1,5 % auf £534,177 sank. Diese Regionen, traditionell die teuersten, spüren nun den Druck von Stempelsteuer und Hypothekenkosten stärker.
Andrew Asaam, Direktor für Hypotheken bei Lloyds, sagte:
Der Immobilienmarkt hat in den letzten Monaten ein schwierigeres Umfeld erlebt, da die Auswirkungen globaler Ereignisse auf Inflation und Kreditkosten größere wirtschaftliche Unsicherheit erzeugen. Was wir nicht sehen, ist ein Ansturm von Hausbesitzern, die Preise senken. Stattdessen entscheiden sich mehr Menschen dafür, abzuwarten, wobei Verkäufer zögern, Angebote anzunehmen, die sie als zu niedrig empfinden, während einige Käufer abwarten, wie sich die Bedingungen entwickeln.
Asaam erwartet, dass der Markt in den kommenden Monaten zurückhaltend bleibt, wobei Käufer auf das Oktober‑Budget warten, um Hinweise auf die Finanzpolitik und Steuermaßnahmen zu erhalten.
Nathan Emerson, Vorstandsvorsitzender des Maklerverbands Propertymark, warnte, dass das bevorstehende Herbstbudget sowie die Mitte‑Monats‑Inflations‑ und Zinsankündigungen die Marktstimmung prägen werden. Er fügte hinzu, dass steigende Löhne und eine robuste Beschäftigungslage einen tieferen Preisrückgang verhindern und eine Untergrenze für die Nachfrage schaffen sollten.
Kurzfristig erwarten Analysten bescheidene Preisbewegungen, während der Markt die höheren Zinsen verarbeitet. Auf längere Sicht könnte jede Lockerung der Kreditkosten oder gezielte fiskalische Unterstützung die Aktivität wieder anfachen, doch vorerst wird der Sektor voraussichtlich vorsichtig bleiben.
Insgesamt unterstreicht der erste jährliche Preisrückgang, wie empfindlich der britische Immobilienmarkt gegenüber Kreditbedingungen ist, und er bereitet den Weg für eine entscheidende Phase, während die politischen Entscheidungsträger das nächste Budget vorbereiten.